Hartz-IV-Empfänger als Erzieher?
Hallöchen!
Ein sehr passendes Thema, bedenkt man, dass ich am Donnerstag meine Prüfungsergebnisse bekommen habe und somit nun staatlich anerkannte sozialpädagogische Assistentin bin und auch seit Donnerstag eine Anstellung in einer Kindertagesstääte habe.
Es geht um diesen Artikel: Hartz-IV-Bezieher zu Not-Erziehern - Arbeitslose sollen in die Kitas
In dem Artikel geht es darum, dass Frau von der Leyen Hartz-IV-Empfängern die Möglichkeit bietet, eine Ausbildung zum Erzieher an einer Fachschule zu machen.
In Deutschland fehlen Tausende Erzieher. Dieser Mangel muss gedeckt werden.
Ich denke aber, man sollte hier nicht auf Hartz-IV-Empfänger setzen.
Es gibt so viele junge, motivierte Menschen, die gerne eine Ausbildung zur Erzieherin machen möchten.
An meiner Schule zum Beispiel gab es einen regelrechten Ansturm auf die Plätze an der Fachschule und der Berufsfachschule für Sozialpädagogik.
Von mehreren hundert Bewerbern (laut meiner Lehrerin waren es sogar an die Tausend) konnten in beiden Schulen nur jeweils 90 Schüler angenommen werden.
Ähnlich ist es in einer anderen Schule in meiner Umgebung.
Man sieht also deutlich: Es fehlen die Ausbildungsmöglichkeiten!
Des Weiteren legen Kommunen viel Wert auf Berufserfahrung, wenn es darum geht, neues Personal einzustellen.
Ich hatte das Glück, das die Kita, in der ich angestellt werde, mit Berufseinsteigern kein Problem hat.
Von vielen Leuten aus meiner Klasse hörte ich, dass sie laufend Absagen bekommen, weil sie Berufsanfänger sind und, abgesehen von den Schulpraktika, keinerlei Erfahrung haben.
Die Kommunen müssen hier schleunigst umdenken, denn wie sollen wir Berufseinsteiger denn an Erfahrung gewinnen, wenn uns keiner einstellt? Das funkioniert nicht!
Dazu kommt, dass man nicht einfach so im Schnellverfahren jemanden zu einer qualifizierten Fachkraft ausbilden kann.
An sich ist die Idee ja gut, Hartz-IV-Empfängern eine Chance zu geben, aber dann bitte nicht in einem Beruf, in dem man eine anständige Ausbildung braucht.
Und überhaupt, wenn es für junge, engagierte Leute keine Ausbildungsmöglichkeiten gibt, wie soll Frau von der Leyen dann diese für die Hartz-IV-Empfänger aus dem Ärmel schütteln?
Würden die Kommunen also frisch ausgebildeten Erziehern und sozialpädagogischen Assistentinnen eine Chance geben, und würde Frau von der Leyen mehr Ausbildungsmöglichkeiten bieten, würde ein großer Teil des Fachkräftemangels abgedeckt werden.